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10.12.2003 / Inland / Seite 15

In mildes Licht getaucht

Geschichtsrevisionisten auf dem Vormarsch

Kurt Pätzold

Glaubt man dem Korrespondenten des Hamburger Abendblattes, der in der Hansestadt kürzlich über eine öffentliche Diskussion berichtete, so stimmten deren die Debatte dominierende Teilnehmer darin überein, daß »die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts« in der Bundesrepublik zunehmend »in einem neuen Blickwinkel« gesehen wird. Das ist nun weder auf die Geschichte einer der Strömungen der Arbeiterbewegung noch auf die Novemberrevolution gemünzt, sondern meint, wie schon in der Überschrift angezeigt, ein »Umdenken über die Nazizeit«. Teilnehmer der Debatte waren Bücherautor Jörg Friedrich, der Zeit-Publizist Jörg Ulrich und der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi.

»Neuer Blickwinkel«, »Umdenken«, »Paradigmenwechsel« – die Bezeichnungen für das Gewollte zeugen von Erfindungsreichtum und meinen doch alle dasselbe: Eine Revision des Geschichtsbildes, das über die Zeit der Nazidiktatur vor allem in den neunziger Jahren verbreitet wurde. Die...

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