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07.01.2021 / Ausland / Seite 6

In Gottes Namen lieber sterben

Griechenlands Kirche macht auch in Covidzeiten mit religiösem Eifer Politik

Hansgeorg Hermann, Chania

Griechenlands Orthodoxe Kirche mischte schon immer mit in der Politik, meist auf dem äußersten rechten Flügel. Seit die Covid-19-Seuche auch das Land an der Ägäis mit Wucht getroffen hat, stehen die greisen Männer mit den gewaltigen Rauschebärten, die Erzbischöfe und Metropoliten, wieder einmal im Mittelpunkt einer seit Jahrzehnten geführten Diskussion: Soll und darf sich eine ­Institution, die als Staatskirche in der Verfassung verankert ist, der Entscheidung einer Regierung widersetzen? Dürfen die Popen ihre Kirchen aufmachen, wenn Minister und Parlamentsabgeordnete Kontaktsperren und Quarantäne für das ganze Land verordnet haben? Für Anthimos Roussas, Metropolit in Griechenlands zweitgrößter Stadt Thessaloniki, stellt sich diese Frage nicht. »Harten Widerstand« kündigte er zu Beginn der Woche sogar dem rechtskonservativen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis an, einem bekennenden Freund des Klerus.

Der 86 Jahre alte Kirchenfürst ist ein gewaltiger Ma...

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