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03.12.2020 / Feuilleton / Seite 10

Hoffen auf den Fortgang der Geschichte

Wiederentdeckt: Der österreichische Schriftsteller Stefan Pollatschek (1890–1942) und sein Roman über die Pest in Wien

Erich Hackl

Was soll man mit einem Buch anfangen, in dem sündige Gedanken umgehen, Herzen freudig schlagen und Hände lebhaft ergriffen werden? Es zuschlagen, in die Ecke pfeffern! Daran hindert einen allerdings die doppelte Gegenwärtigkeit, die Stefan Pollatscheks Roman »Pest« trotz seiner kolportagehaften Elemente beansprucht. Der österreichische Schriftsteller hat in dieser »Tragödie eines Wiener Arztes« nämlich ein lang zurückliegendes Unglück und dessen Instrumentalisierung durch Judenhasser in Presse und Politik aufgegriffen, die mit den antisemitischen Ausschreitungen nach der Besetzung Österreichs durch Nazideutschland im März 1938, nur wenige Wochen nach der Fertigstellung des Romans, traurige Aktualität gewann. Gegenwärtig mutet die Handlung auch heute an, angesichts der Verschwörungsfanatiker, die als selbsternannte Querdenker ihr Unwesen treiben.

Bemerkenswert ist die Genauigkeit, mit der sich der Autor an die historischen Fakten hält: 1897 hatte eine Ärzte...

Artikel-Länge: 5142 Zeichen

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