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01.08.2003 / Feuilleton / Seite 12

Trotzdem

Eine Welt ohne Herrschaft braucht eine Ethik ohne Subjekt: Judith Butlers Vorlesungen zur »Kritik der ethischen Gewalt« sind bei Suhrkamp erschienen

Martin Büsser

Judith Butler ist als eine der zentralen Vordenkerinnen der Gender Studies bekannt geworden. Es mag daher verwundern, daß die Frage nach Geschlechterrollen in ihrem neuen Buch keine Rolle spielt, obwohl es sich doch um einen Text über Ethik handelt. Im Rahmen der »Adorno-Vorlesungen 2002« am Frankfurter Institut für Sozialforschung entstanden, stellt »Kritik der ethischen Gewalt« jedoch keinen Bruch in Judith Butlers Denken dar, sondern setzt es unter neuen Prämissen fort. Einer der zentralen Aspekte der Gender-Forschung, nämlich die These, daß Geschlechterrollen primär soziale Konstrukte sind, bildet sehr wohl auch – jedoch unausgesprochen – den Hintergrund für Butlers Auseinandersetzung mit der Frage, wie Ethik heute noch vermittel- und praktizierbar ist. Wichtig ist ihr auch hier, erst einmal das freie Subjekt als solches in Frage zu stellen, da jegliche Form von Identität auf sozial erlernte Verhaltensregeln zurückgeht. Wie aber kann ein M...

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