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23.07.2020 / Thema / Seite 12

Kartell des Schweigens

Das Massaker in Indonesien 1965/66 (Teil I): Die Verstrickungen der damaligen Bundesregierung und des Bundesnachrichtendienstes mit der Militärjunta waren weitaus tiefer, als bislang angenommen

Rainer Werning

Als Omertà wird gemeinhin die Schweigepflicht von Mitgliedern der Mafia und ähnlicher krimineller Organisationen gegenüber Außenstehenden bezeichnet. Sie ist wesentlicher Bestandteil des Ehrenkodex solcher Organisationen, verlangt aber gleichzeitig ein unbedingtes Schweigen von Nichtmitgliedern, betroffenen Opfern und potentiellen Zeugen.

Mit Blick auf Indonesien, das bevölkerungsreichste und größte Land Südostasiens, ließe sich füglich von einer Super-Omertà sprechen. Bis heute nämlich werden seitens der dortigen staatlichen Instanzen sowie mehrerer mit Jakarta eng verbündeter westlicher Regierungsstellen in den USA, Britannien, Australien und eben auch seitens der Bundesrepublik Deutschland die Ereignisse der Jahre 1965/66 systematisch beschwiegen. Die während dieser Zeit exekutierte »Ausrottung und Vernichtung der Kommunisten« beziehungsweise tatsächlicher und/oder vermeintlicher Mitglieder der damals weltweit drittgrößten kommunistischen Partei, der K...

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