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09.05.2020 / Feuilleton / Seite 10

Im Feldlazarett ist es eindeutig

Die Triage und der Kapitalismus: Politisch-moralische Überlegungen

Kai Köhler

Leichtverletzte müssen warten. Schwerstverletzte werden dem Tod überlassen. Die wertvolle Zeit wird denen zuteil, die aufgrund einer Routineoperation nennenswerte Überlebenschancen haben. Nach diesem Grundmuster arbeitete die Militärmedizin bis nach dem Zweiten Weltkrieg, jedenfalls an Kampftagen mit einem hohen Aufkommen an Verwundeten. Die NATO kann es sich gegenwärtig leisten, auch die schwersten Fälle zu versorgen, denn die technologisch unterlegenen Gegner fügen ihren Truppen nur geringe Verluste zu; im Falle eines größeren Krieges würde vermutlich aber auch hier die Triage wieder aktuell.

Die Hilflosesten verbluten zu lassen wirkt grausam und ist moralisch begründet. In den drei Stunden, die es bräuchte, einen von denen halbwegs zusammenzuflicken, ohne damit sein Überleben zu garantieren, würden vielleicht fünf andere Soldaten sterben. Freilich ist dies eine Moral, die das Verbrechen des Krieges als unveränderlich annimmt. Die Voraussetzung ist rich...

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