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22.04.2020 / Feuilleton / Seite 11

Das Bier kann nichts dafür

Was nützt eine Schnapsleiche, wenn es niemanden gibt, der über sie stolpern kann? Kneipenkunde: Der Ferntrunk

Michael Bittner

Es ist kaum zu glauben, wie sehr es mir fehlt: das Kneipengehocke, das Tresentheoretisieren, das eine Bier zuviel am Ende. Habe ich früher ein halbes Leben und mein halbes Vermögen in Kneipen vergeudet? Wahrscheinlich. Aber was für eine schöne Vergeudung das war! Diese tiefen Nächte, in denen ich mit Freunden und Fremden im Gespräch die Abgründe des Daseins ausleuchtete, um schließlich im Morgengrauen – durchgeistigt und benebelt – wieder ins Freie zu stolpern! Alles vorbei derzeit, der Seuche wegen. Der Staat schützt uns vor dem Virus und vor uns selbst. Bin ich vielleicht einfach Alkoholiker? Soll ich dem Virus danken, im Namen der Leber, die sich zum ersten Mal in Kurzarbeit von jahrelanger Plage erholen darf?

Alkohol kaufen kann ich noch immer, bislang herrscht keine Prohibition. Ich kann allein das Haus verlassen, ums Eck laufen und mir im Getränkeladen Biere holen bis spät in die Nacht. Zur Feier des Ausnahmezustandes greife ich sogar zu den teuren ...

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