17.06.2003 / Titel / Seite 1

Kein Volksaufstand

13 Jahre nach der »Wende« stirbt der Osten fast geräuschlos vor sich hin

Klaus Fischer / Peter Rau

Heute jährt sich zum fünfzigsten Mal der 17.Juni 1953, und in den Medien der BRD wird das Thema mit missionarischem Eifer behandelt. Eine der angeblich bewegenden Fragen dabei ist die, inwiefern die »friedliche Revolution« von 1989 logische Konsequenz jenes Tages im Juni ’53 ist. Tatsächlich bewegend, weil für das Leben der knapp 17 Millionen ehemaligen Bewohner der DDR existentiell, ist jedoch die Tatsache, daß die Situation im Osten heute logische Konsequenz der »Wendezeit« ist.

Die Bilanz dieser 13 Jahre ist verheerend. Großflächige Enteignungen, dramatischer Bevölkerungsschwund, kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz, politische und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit prägen die Lage. »Die Ostdeutschen wurden seit 1990 zu der Bevölkerung Europas, der am wenigsten von dem Territorium, auf dem sie lebt, gehört«, heißt es in dem im vergangenen Monat vorgelegten »Memorandum 2003« von Wissenschaftlern des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden, einer Organ...

Artikel-Länge: 4786 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe