Gegründet 1947 Mittwoch, 30. September 2020, Nr. 229
Die junge Welt wird von 2392 GenossInnen herausgegeben
24.01.2020 / Feuilleton / Seite 10

Das ungeminderte Grauen

Der große Stallausmister dreht durch und erfährt Solidarität: Euripides’ »Wahnsinn des Herakles« in einem Berliner Off-Theater

Katrin Lange

Eine Handvoll Rentner mit Krückstöcken, Einkaufswagen und altmodischen Hüten erobert die Bühne des »Acker Stadt Palastes«. Sie betrachten und kommentieren verwirrt das schreckliche Geschehen, ab und an wird der eine oder die andere zu einer dramatischen Person, taucht dann wieder ein in die Gruppe. Manchmal tanzen sie. Wenn dieser »Chor thebanischer Greise« am Schluss die Szene verlässt, ist er spracharm und nur wenig schlauer. Noch bis Sonntag ist in Berlin Euripides’ »Wahnsinn des Herakles« zu sehen, ergänzt durch Heiner Müllers »Herakles 13«-Text – ein lange gehegtes Projekt des Schauspielers David Hannak, produziert mittels entschlossener Selbstausbeutung.

Euripides ist neben Aischylos und Sophokles ein Gründervater des europäischen Theaters, im Unterschied zu seinen beiden älteren Kollegen schrieb er nicht nur über Geschichtsabläufe und soziale Zwänge, in denen Menschen sich bewähren oder vernichtet werden, wenn nicht beides. Er interessierte sich da...

Artikel-Länge: 3911 Zeichen

Dieser Beitrag ist gesperrt und nur für Onlineabonnenten lesbar. Die Tageszeitung junge Welt finanziert sich vor allem aus den Aboeinnahmen. Mit einem Onlineabo tragen Sie dazu bei, das Erscheinen der jungen Welt und ihre Unabhängigkeit zu sichern.

Für Unentschlossene gibt es die Tageszeitung junge Welt auch am Kiosk, für 1,90 € wochentags und 2,30 € am Wochenende. Alle belieferten Verkaufsstellen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Vollen Zugriff auf alle Artikel bietet auch das Protest-Abo: Drei Monate täglich die gedruckte Ausgabe kennenlernen für 62 €. Jetzt bestellen unter www.jungewelt.de/protest-abo

Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

43,60 Euro/Monat Soli: 55,60 €, ermäßigt: 30,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

20,60 Euro/Monat Soli: 27,60 €, ermäßigt: 13,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

43,60 Euro/Monat Soli: 55,60 €, ermäßigt: 30,60 €