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23.01.2020 / Thema / Seite 12

Roter Stern über der Literaturfabrik

Drei Neuerscheinungen geben Einblicke in das Werk des Schriftstellers Andrej Platonow – und in den Zusammenhang von sozialer, ökonomischer und ökologischer Revolution

Jakob Hayner

Das Wort sei, meinte Andrej Platonow, ein sozialer Rohstoff, und ein sehr geschmeidiger und formbarer noch dazu. Die Literatur betrachtete der russische Schriftsteller als einen unabdingbaren Teil des gesellschaftlichen Lebens, der allgemeinen Produktion. »Die Kunst gehört, wie das Schwitzen zum lebendigen Körper, wie die Bewegung zum Wind, organisch zum Leben«, schreibt Platonow in seinem 1926 verfassten, jedoch zu Lebzeiten nicht veröffentlichten Text »Literaturfabrik«, in dem er eine radikale Verbesserung der Methoden des literarischen Schaffens vorschlägt.

So empfiehlt er die Verwendung von Halbfabrikaten wie Mythen, historischen und gegenwärtigen Fakten, Ereignissen und Alltagstätigkeiten. Er hat eine bis in die letzten Winkel der Sowjetunion reichende Organisation von Halbfabrikatsproduzenten vor Augen, die als Handwerker und Zulieferer für die Schriftsteller agieren. Diese wären dann wiederum Monteure. Und die Kritiker als Ingenieure vor allem für ...

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