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14.09.2019 / Feuilleton / Seite 11

Oder in der Stille

»Vollkommenheit des Unvollkommenen«: Eine Aufführung von Mozarts »Cosi fan tutte« in Wien

Berthold Seliger

Leider heißt Mozarts Oper »Cosi fan tutte«, »So machen’s alle«, und dem Bürgertum wird diese am meisten unterschätzte der drei Da-Ponte-Opern gerne als drolliges Verwechslungskomödchen mit toller Musik geboten: Gehen eben alle Frauen fremd, wenn man sie lässt und es Gelegenheiten gibt, haha, eine Oper über die Untreue der Frauen also. Doch Lorenzo Da Ponte hatte nichts weniger als das im Sinn, als er sein drittes Libretto für Mozart schrieb, er nannte das Stück in seinen Memoiren nur »La scuola degli amanti«, »Die Schule der Liebenden«, und auch Mozart verwendet diesen Titel neben dem eingebürgerten, als er die Oper im Januar 1790 in sein Werkverzeichnis einträgt: »Cosi fan tutte; osia la scualo degli amanti«, eine Art »Education sentimentale«, eine Erziehung der Herzen.

Dass dies einen großen Unterschied macht, spürte man in jeder Sekunde der Interpretation, die Teodor Currentzis am Montag mit seinem fabelhaften MusicaAetarna-Orchester im Wiener Konzerth...

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