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11.09.2019 / Thema / Seite 12

Ab in den Westen

Am 11. September 1989 gestattete Ungarn DDR-Bürgern den Übertritt nach Österreich. Das löste eine Ausreisewelle in die Bundesrepublik aus. Die SED-Führung reagierte kopflos

Jörg Roesler

In der ersten Stunde des 11. September 1989 geschieht fern von der DDR, an der österreichisch-ungarischen Grenze, etwas, das für die weitere Entwicklung der ostdeutschen Republik außerordentliche Bedeutung haben wird. Ungarn öffnet um 0:00 Uhr auf Anweisung seines Innenministers Istvan Horvath für DDR-Bürger die Grenze nach Österreich.

Die Volksrepublik war für die DDR-Bürger seit vier Jahrzehnten ein beliebtes Reiseziel, vor allem während der Sommerferien. Doch in diesem Sommer sind viele Ostdeutsche nicht in erster Linie zur Erholung nach Ungarn gekommen. Sie haben aus den fast überall in der DDR empfangbaren westlichen Medien erfahren, dass die Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei, die im April 1989 ihr Politbüro weitgehend mit Reformern besetzt hat, Schluss machen will mit dem Eisernen Vorhang an ihrer Westgrenze und den Weg ins benachbarte Österreich für den kleinen Grenzverkehr freimachen will. Ministerpräsident Miklos Nemeth hatte diesen Schrit...

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