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31.07.2019 / Feuilleton / Seite 10

Die Sache mit dem Suizid

Vor 100 Jahren wurde Primo Levi geboren. Über seinen Tod gibt es eine absurde Diskussion

Ronald Kohl

Das Haus in Turin, in dem Primo Levi am 31. Juli 1919 geboren wurde und in dessen Treppenhaus er später mit nur 67 Jahren in den Tod stürzen sollte, war ein moderner, bürgerlicher Bau; es gab einen Lift, und Primos Eltern konnten sich Personal leisten.

Nach dem Abitur trug sich Primo Levi an der örtlichen Universität für Chemie ein. Dass er sich für ein naturwissenschaftliches Studium entschied, hing gewiss auch mit seiner lebenslangen Verachtung reinen Profitstrebens zusammen. In seinem bekanntesten Buch »Das periodische System« schreibt er: »Wer Kaufen und Verkaufen als Gewerbe betreibt, ist leicht zu erkennen: Sein Blick ist wachsam und seine Miene voller Spannung, er fürchtet oder sinnt Betrug, und er ist stets auf der Lauer wie die Katze in der Dämmerstunde. Es ist ein Gewerbe, dazu angetan, die unsterbliche Seele zu zerstören; es hat Philosophen gegeben, die waren Höflinge, Brillenputzer, sogar Ingenieure und Strategen, aber meines Wissens ist kein ...

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