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01.07.2019 / Feuilleton / Seite 10

Weil klasse ist, was Klasse ist

Tante simulante: Sibylle Lewitscharoffs sogenannte »Essays zu Literatur und Kunst« und die Frage, wie man das bloß aushalten soll

Stefan Gärtner

Es gehört zum Erkenntnisfortschritt der mittleren Jahre, dass Dummheit und Mittelmaß sich immer durchsetzen, und Dreistigkeit tut’s sowieso: »Während sie schlummern, bereiten sie ihre Werke vor. Als Schlafende wird man Dichter, Denker und Romanciers aber nicht vor die Kamera bekommen, es sei denn als Schauschläfer. Die Momente, in denen ihre Werke keimen, werden wir im Lichtbild wohl nie anschauen dürfen. Und was wäre damit gewonnen, wenn wir ein Dichterhaupt vor uns hätten, in seinem verwurstelten Kissen, nackthalsig oder mit verkrumpeltem Pyjamakragen, den Speichelfaden, der im Mundwinkel rinnt, seit Monaten, Dekaden, vielleicht Jahrhunderten stillgestellt?«

Ja, was wäre damit gewonnen außer 279 Seiten Gespreize, Gelaber und Gefasel, und wenn der Speichelfaden im (statt vielleicht ja doch aus dem) Mundwinkel rinnt und Romanciers als Schauschläfer zu Lichtbildern werden, dann richten sich die vielbepreiste Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff und ihr w...

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