Gegründet 1947 Dienstag, 22. Oktober 2019, Nr. 245
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18.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Romane

Helmut Höge

Viel zu oft ist in dieser Kolumne von Büchern die Rede und nicht vom »Leben selbst«, das lässt sich mit einem Satz des Kommunikationsforschers Jim Haynes erklären: »A book a day keeps reality away.« Der Semiologe Roland Barthes, der ebenfalls in Paris lehrte, meinte, der Schriftsteller sei zum Sinn verurteilt, auch wenn er selbst von Sinnen sein sollte. Wenn einem also »draußen« alles zunehmend unsinniger, um nicht zu sagen sinnloser vorkommt, flüchtet man ins Buch. Erinnert sei an die adligen jungen Damen und Pfarrerstöchter, die zu Hause hockten und lasen – so entstand der erste wirtschaftlich interessante Markt für Romane. Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther« sorgte für den Ausbruch eines »Werther-Fiebers«. Der Dichter gestand: »Ich schreibe eigentlich nur für junge Frauen!«

Längst schreiben die Frauen zurück. Ein Buch im Jahr veröffentlichen hält die Realität fern, wobei die meisten Bücher natürlich über Bücher geschrieben werden, wie Mi...

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