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18.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Zwei Kugeln für General Lukow

Die Frau mit der Pistole: Vor 75 Jahren wurde die junge bulgarische Partisanin Violeta Jakova ermordet

Cristina Fischer

Seit 2003 rufen europäische Neonazis zu jährlichen Gedenkmärschen in Sofia für den bulgarischen General und zeitweiligen Kriegsminister Christo Lukow auf, der 1943 einem kommunistischen Anschlag erlag. Über den historischen Vorgang ist hierzulande nur wenig bekannt, und über die Täterin gibt es nicht einmal einen Eintrag in der deutschen Wikipedia – wohl aber über das Opfer. Doch die Frau, die dazu beitrug, den General ins Jenseits zu befördern, galt nicht nur jahrzehntelang als bulgarische Nationalheldin, sondern wird seit einigen Jahren im englischsprachigen Raum als Protagonistin des jüdischen Widerstands wiederentdeckt.

Violeta Jakova kam am 2. Juni 1923 in der westbulgarischen Stadt Dupniza in einer sephardisch-jüdischen Familie zur Welt. Ihr Vater, ein Kleinhändler, war vor ihrer Geburt verstorben; über ihre Mutter ist nichts bekannt. Sie soll von ihrer Großmutter erzogen worden sein. Die Quellenlage ist schwierig; die meisten Informationen über sie...

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