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14.06.2019 / Ausland / Seite 7

Der koloniale Blick

In Mali gab es zuletzt verstärkt bewaffnete Überfälle mit vielen Toten. »Ethnie« wird zum Erklärmuster

Ina Sembdner

Bei Konflikten in Afrika soll es sich oft um »ethnische Spannungen« oder »ethnische Konflikte« handeln. So auch vergangenen Sonntag, als ein Dorf in Zentralmali von Bewaffneten überfallen wurde. Nur beiläufig werden knappe Ressourcen in extrem prekären Landstrichen erwähnt. Laut Friedensforschungsinstitut SIPRI verfügt fast jeder vierte der rund 18 Millionen Einwohner Malis nicht über ausreichend Nahrung. Sogenannte ethnische Konflikte bieten vor allem westlichen Regierungen eine Interpretation, der eine Naturalisierung des Zustands innewohnt und mit der jede Verantwortung für die Entwicklung negiert werden kann, die zu ihm geführt hat.

In der Nacht auf Montag hatten bewaffnete Kämpfer das mehrheitlich von der Bevölkerungsgruppe der Dogon bewohnte Dorf Sobame angegriffen. Nach verschiedenen Angaben soll es 35 bis mehr als 100 Getötete gegeben haben. Malische Regierung und lokale Politiker widersprechen einander in ihrer Einschätzung, wie die Nachrichtenag...

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