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13.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Alte Kameraden

Felix Bohr nimmt die »Kriegsverbrecherlobby« in den Blick, die im Ausland inhaftierten Nazis half

Gerhard Henschel

Zur Vergeltung für einen Bombenanschlag, bei dem 33 SS-Männer ums Leben gekommen waren, ließ der SS-Obersturmbannführer Herbert Kappler am 24. März 1944 in den Ardeatinischen Höhlen im Süden Roms 335 italienische Zivilisten erschießen. Dafür wurde er 1948 in Rom zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Zu seiner Verwunderung kam er jedoch nicht so bald wieder frei wie viele andere Kriegsverbrecher, obwohl sich hohe und höchste Repräsentanten der Bundesrepublik unermüdlich für seine Begnadigung einsetzten: Sämtliche Bundeskanzler von Adenauer bis Schmidt, die Bundesaußenminister und ungezählte Diplomaten intervenierten stets von neuem zu seinen Gunsten, ebenso wie Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche und ein Netzwerk alter Nazis, denen es selbstverständlich gleichgültig war, dass die Begnadigung eines inhaftierten Kriminellen dessen Reue ­vorausgesetzt hätte. Doch davon konnte im Falle Kapplers keine Rede sein. Er betrachtet...

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