Gegründet 1947 Montag, 21. Oktober 2019, Nr. 244
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08.06.2019 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

»Es ist keine Synthese aus irgend etwas«

Über anatolisches Melodiegefühl, atonale Avantgarde und die Namen des berühmtesten orientalischen Instruments. Gespräch mit Taner Akyol

Beim Hören Ihrer Musik war ich als Europäer verwirrt. Was ist das alles? Habe ich auf die eine oder andere Art Volksmusik gehört in Ihrem Konzert in Hamburg?

Ich sehe meine Musik als zeitgenössische Musik. Volksmusik ist etwas anderes, man würde heute so nicht mehr komponieren. Aber weil da orientalische Instrumente und türkischsprachige Lieder vorkommen, denken Menschen, denen das alles fremd ist, es sei orientalische Volksmusik. Natürlich, da sind zweifellos orientalische Wurzeln drin. Aber eher in dem Sinn, wie etwa Bartoks Musik in Volksmusik wurzelt, ohne dass jemand auf die Idee käme, sie als Volksmusik zu bezeichnen. Wenn Derya Yildirim statt anatolischer Verse italienischen Belcanto gesungen hätte in einer bearbeiteten, modernisierten Form, hätte niemand es als Volksmusik gehört. Oder wenn wir statt Saz eine europäische Mandoline gespielt hätten, wären die Leute kaum auf orientalische Musik gekommen.

Heißen die orientalischen Saiteninstrumente, di...

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