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06.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Wenn der Walter mit dem Iwan

Verwirr mich nicht mit Fakten. Andreas Petersen fabuliert vom »Stalintrauma« der DDR

Detlef Kannapin

Den Klassenkämpfern der Bourgeoisie geht der Nachwuchs nicht aus. Neuestes Beispiel: Der Historiker und Publizist Andreas Petersen, der mit »Die Moskauer« ein Buch über das »Stalintrauma« der SED geschrieben hat, »woran die DDR gescheitert ist« (Umschlagtext). Frei nach dem Motto des berühmten Wahlplakates von 1953 »Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau! Darum CDU« bemüht sich der Autor um die konsequente Ausblendung sämtlicher Quellen und Tatsachen, die für die Gründung der DDR ein rationales und vor allem historisch nachvollziehbares Motiv belegen könnten.

Diese Form gesteuerter Publizistik nährt sich genüsslich von der unheilvollen Repressionspolitik gegen Oppositionelle und Andersdenkende in der Sowjetunion der 30er Jahre. Die endlose Aneinanderreihung tragischer Schicksale deutscher Emigranten in der UdSSR zeugt von einer negativen Form von Übertragungsliebe, bei welcher der Analysand den Psychoanalytiker zum Objekt seiner Begierde macht. Ja, es...

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