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03.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Ein eigenes Begehren

Unterentwickelt: Frank Wedekinds »Lulu« an der Berliner Volksbühne

Jakob Hayner

Sie ist die Figur, um die sich alles dreht – und doch bleibt unklar, inwieweit sie eigentlich handelt. Lulu, die Protagonistin in Frank Wedekinds »Lulu«, zieht nicht nur die Blicke auf sich, sie entfacht das Begehren der Männer, die in der Folge tot umfallen (Dr. Goll), sich umbringen (Schwarz) oder von ihr erschossen werden (Dr. Schön). Lulu zieht eine Spur toter Liebhaber nach sich. Sie bewegt sich in einer Welt der Männer, die sie unterwerfen, ja domestizieren wie ein wildes Tier. Nun ist sie verdammt, ein schön anzuschauendes Ding zum Gefallen anderer zu sein. Doch Lulu will eine andere Rolle als die vorgegebene spielen, sie hat einen eigenen Willen – und ein eigenes Begehren. Blöd für die Männer, die damit nicht umzugehen wissen. Wedekinds »Lulu« besteht aus zwei Tragödien, »Erdgeist« und »Die Büchse der Pandora«. Der Regisseur Stefan Pucher hat nun an der Berliner Volksbühne »Lulu« zur Aufführung gebracht. Oder genauer: Szenen aus »Lulu«. Es endet m...

Artikel-Länge: 3890 Zeichen

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