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21.05.2019 / Feuilleton / Seite 10

Waldbaden

Helmut Höge

Für die Schriftstellerin Thea Dorn wurzeln die Gedanken Ernst Jüngers aus »Der Waldgang« (1951) im Mythos des deutschen Waldes – er habe darin die »radikalste Verknüpfung von Wald und Freiheit« in der deutschen Literatur entworfen. Das ist zuviel des Guten: Der Offiziersliterat wehrte damit bloß die Amerikanisierung der BRD ab, indem er auf einem weiteren essayistischen Holzweg verschwand. Er lebte in einem oberschwäbischen Forsthaus. Der mit ihm geistig verwandte Philosoph Martin Heidegger lebte im Schwarzwald und veröffentlichte 1949 einen Aufsatz mit dem Titel »Der Feldweg«, in bzw. auf dem er einen ganz ähnlichen Gedanken fasste: »Die Gefahr droht, dass, was einmal Heimat hieß, sich auflöst und verfällt.« In den Zwanziger Jahren bekam er das Angebot, in Japan zu lehren. Er entschied sich jedoch, in Deutschland zu bleiben, weil er hier als einer der »geistigen Führer« gebraucht werde. Immerhin beschäftigte er sich dann mit japanischer Poesie und kommen...

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