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15.05.2019 / Ausland / Seite 8

»Rechte meinen, wer getroffen werde, sei selbst schuld«

Schweiz: Kritik an Einsatz von Gummigeschossen. Leidtragende sind meist Linke und Fußballfans. Ein Gespräch mit Tonja Zürcher

Oliver Rast

Sie kritisieren den Einsatz von Gewehren mit Gummigeschossen. Seit wann werden solche Waffen in der Schweiz und im Kanton Basel auf Menschen gerichtet?

Seit ich mich erinnern kann. Zum Ende der 1960er Jahre begann die Polizei damit, stark aufzurüsten. Schon in den 80ern warnten unabhängige Ärzte in Zürich vor den gravierenden Folgen. Es geht um eine Waffe, die zu dauerhaften, schweren Verletzungen und bis zum Tod führen kann. Leider verhallen diese Warnungen bis heute ungehört.

Wie begründen Behörden den Einsatz?

Gummigeschosse werden in der Schweiz stark verharmlost. Die entsprechenden Gewehre gelten unverständlicherweise nicht als Schusswaffen. Ihr Einsatz ist daher weniger streng geregelt. Die Behörden behaupten, sie würden nur benutzt, wenn es keine risikoärmeren Mittel zur Erreichung des Ziels gibt.

Welches Ziel?

Beispielsweise wird auf Demonstrierende geschossen, damit sie eine andere Route wählen. Dabei werden regelmäßig friedlich Protestierende un...

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