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20.04.2019 / Feuilleton / Seite 10

Reichstag eröffnet, Serben vergiftet

Chronik eines Überfalls (Teil 22), 20.4.1999: NATO bombardiert zivile Fabriken, Milosevic bittet Moskau um Militärhilfe

Rüdiger Göbel

Es waren SPD und Grüne, die deutsche Soldaten vor 20 Jahren in den ersten Angriffskrieg seit 1945 schickten. jW erinnert in einem Tagebuch an Verantwortliche und Kriegsgegner in jener Zeitenwende. (jW)

In Berlin wird am 19. April 1999 der rundum erneuerte Reichstag feierlich mit einer Sitzung des Deutschen Bundestages eröffnet. Der bereits vier Wochen dauernde völkerrechtswidrige NATO-Krieg gegen Jugoslawien wird dabei tapfer verteidigt. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) bewertet den Umzug von Regierung und Parlament in die alte Reichshauptstadt als Beleg, dass »die Bundesbürger die Chance der Einheit verantwortungsvoll für Deutschland und Europa« nutzen würden. Mit Blick auf die NATO-Bombardements auf dem Balkan begrüßte Thierse das Ende der Geltung der »Nichteinmischungsdoktrin«, unter der früher die Menschen im Osten Deutschlands gelitten hätten. Bundeskanzler Gerhard Schröder (ebenfalls SPD) behauptet kriegsverharmlosend, die Bundesrepublik s...

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