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10.04.2019 / Ausland / Seite 6

Terminhandel mit dem Erzfeind

Diplomatische Eiszeit zwischen Polen und Russland. Nur historische Jubiläen wecken Warschaus Interesse am östlichen Nachbarn

Reinhard Lauterbach

Es herrscht Eiszeit zwischen Warschau und Moskau. Der kleine Grenzverkehr zwischen dem Norden Polens und dem Gebiet Kaliningrad ist seit 2015 auf polnische Initiative hin eingestellt worden – angeblich aus Sicherheitsgründen. Und die Grenze bleibt dicht, obwohl die an Kaliningrad angrenzende Wojewodschaft mehrfach auf die infolge der Reiseblockade drastischen Umsatzeinbußen in den Einzelhandelsgeschäften der Region hingewiesen hat. Auch werden russische Proteste gegen den Abriss sowjetischer Soldatendenkmäler souverän ignoriert.

Russland gilt in der polnischen Öffentlichkeit gemeinhin als Erzfeind. Das beliebteste Argument der Opposition gegen die rechte Regierungspartei PiS lautet, ihr Chef Jaroslaw Kaczynski führe das Land in russische Zustände. Der liberale Investigativjournalist Tomasz Piatek hat schon zwei Bücher zum Beleg seiner These veröffentlicht, ausgerechnet der PiS-Rechtsaußen Antoni Macierewicz sei ein russischer Einflussagent mit der Aufgabe...

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