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08.04.2019 / Feuilleton / Seite 10

Adenauers braune rechte Hand

Ein Standardwerk über den Nazijuristen Hans Globke

Gerhard Henschel

Im deutschen »Who’s Who« von 1962 steht zu lesen, dass Hans Globke, Konrad Adenauers Staatssekretär im Bundeskanzleramt, als Liebhaberei die Numismatik betreibe, also das Sammeln alter Münzen – nicht jedoch, dass er und der Jurist Wilhelm Stuckart als offizielle Kommentatoren der Nürnberger Rassengesetze von 1936 Geschichte geschrieben hatten.

Der Historiker Klaus Bästlein hat in seiner Studie »Der Fall Globke« die eindrucksvolle Karriere dieses Mannes nachgezeichnet. Von 1932 bis 1945 diente er als Ministerialrat im Reichsinnenministerium, und schon bevor die Nazis an die Macht kamen, wirkte er darauf hin, allen Juden gesetzlich die Änderung ihres Nachnamens zu verbieten. Am Erlass der »Nürnberger Gesetze«, die den Juden den Geschlechtsverkehr und die Ehe mit »Ariern« untersagten, war er dann zwar nicht unmittelbar beteiligt, aber er verfasste die 1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz, das 1935 verabschiedet wurde. »Damit machte er den nationalsozialistis...

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