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23.02.2019 / Feuilleton / Seite 10

Alarm in Moll

Vorschein der Französischen Revolution – zwei neue Interpretationen von Mozart-Sinfonien

Stefan Siegert

Interpretation, sagt Theodor W. Adorno über die – im Gegensatz zur »technischen« (zur Aufzeichnung) – »originäre« Reproduktion von Musik, sei die Kopie eines nicht vorhandenen Originals. Darüber wäre zu grübeln. Unter einem Original versteht man in der Musik üblicherweise die vom Urheber zu Papier gebrachte, in seinem Gehirn entstandene Komposition, das Autograph. Aus ihm haben Mit- und Nachwelt unterschiedlich verlässliche Vervielfältigungen hergestellt, von den auf die Notenpulte der Uraufführung gelegten Abschriften bis hin zu den am Ende gedruckten Werkausgaben. Aber was immer Adorno unter »Original« verstanden wissen wollte: Mit dem Vorhandensein eines Autographen weiß man noch nicht, was hatte der Urheber an klanglicher Wirklichkeit im Sinn, bevor er aufschrieb, was er sich vorstellte, und welche Haltung sollte in der Musik zum Ausdruck kommen?

Mozart brachte das solitäre Triptychon seiner letzten Sinfonien 1788 in einem einzigen Sommer zu Papier. E...

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