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22.02.2019 / Feuilleton / Seite 10

»Um es mal plump und einfach zu sagen«

Gespräch mit Joachim Witt über die »Aufstehen«-Sammlungsbewegung, den emotionalen Kern des einzelnen und das Album »Refugium«, das heute an seinem 70. Geburtstag erscheint

Maximilian Schäffer

Joachim Witt ist unter Musikfreunden durchaus ein Politikum. Seine NDW-Hits »Der goldene Reiter« (1980) oder »Herbergsvater«(1982) waren noch einigermaßen progressiv, dann brachte er die Riefenstahl-Ästhetik der »Neuen Deutschen Härte« in die Charts, in seinem Fall lag diese Härte irgendwo zwischen Rammstein und Subway to Sally. 1998 landete Witt zusammen mit Wolfsheim-Sänger Peter Heppner den Megahit »Die Flut«. Das dazugehörige Album »Bayreuth« wurde als Deutschtümelei und Kitsch abgetan, beispielhaft genussvolle Schmähkritiken all seiner Veröffentlichungen finden sich auf plattentests.de. Mittlerweile ist der wandlungsfähige Mann aus Hamburg im Mainstream so gut wie vergessen, dafür hat ihn die »Schwarze Szene« im Arm. Bei den Gothics kommt Witt gut an. Sie haben ihn als kultigen Großvater mit dunkler Sonnenbrille, wallendem Brokatmantel und weißem Rauschebart ins Herz geschlossen, weil er genau wie sie am Busen der Spätromantik saugt. Treue Fans fina...

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