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22.02.2019 / Ausland / Seite 7

Die vergessene Katastrophe

Im Nordosten Kolumbiens verhungern jährlich Tausende Kinder. Regierung kümmert sich um Venezuela

Sascha Jablonski, Bogotá

Warum bemüht sich die Regierung Kolumbiens um »humanitäre Hilfe« für Venezuela, kümmert sich aber nicht um Notlagen im eigenen Land, etwa im Departamento Chocó an der Pazifikküste oder in La Guajira im Nordosten des Landes. Solche Fragen stellen in diesen Tagen viele Menschen in Kolumbien, unter ihnen der frühere Präsidentschaftskandidat Gustavo Petro, der sich in dieser Weise über Twitter an Staatschef Iván Duque wandte.

In La Guajira, wo das Volk der Wayuu lebt, herrscht seit Jahrzehnten eine Dauerkrise. Schon 2015 bezifferte der Präsident der Indigenen Assoziation, Javier Rojas Uriana, die Zahl verhungerter Kinder auf mehr als 14.000. Seither ist ihre Zahl jährlich um mehrere tausend gestiegen. Am vergangenen Wochenende schrieb die örtliche Tageszeitung La Libertad, allein in den vergangenen zwölf Monaten seien 4.770 K...

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