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23.01.2019 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Korruption

Reinhard Lauterbach

Das Wort »Korruption« stammt vom lateinischen Verb »corrumpere«, zu deutsch: verderben, ruinieren. Aber, wie das Wörterbuch mitteilt, in der Kombination »occasionem corrumpere« eben auch: eine Gelegenheit verpassen. Das trifft die Dialektik des Phänomens.

Grundlage aller Korruption ist der Umstand, dass auch Beamte Privatsubjekte sind, die nach persönlichen Vorteilen streben. Im antiken Rom war es noch ein offenes Geheimnis: Nach einem gewonnenen Krieg bekamen Günstlinge des Herrschers Gouverneursposten in neu eroberten Provinzen und damit das Mandat, sich innerhalb weniger Jahre gesundzustoßen. So wie Parteispender der US-Republikaner nach der Eroberung des Irak im Jahr 2003 von der Regierung Bush Ölkonzessionen erhielten. Im faschistischen Deutschland dechiffrierten Zukurzgekommene die offizielle Abkürzung »GG« für »Generalgouvernement« inoffiziell als »Gangstergau«.

Im Normalfall aber ist politische Herrschaft im bürgerlichen Staat an Recht und Gesetz ...

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