Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Sa. / So., 17. / 18. August 2019, Nr. 190
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14.01.2019 / Feuilleton / Seite 10

In Ruhe gelassen werden

Der stille Eigensinn: Hans Magnus Enzensbergers autobiographische Anekdoten

Jürgen Roth

Wozu denn dieser ganze Müll?

Hans Magnus Enzensberger auf WDR 3

Warum soll ich freiwillig verblöden?

Hans Magnus Enzensberger im ­Gespräch mit Anton Zeilinger

Nicht mehr als drei oder fünf andere zeitgenössische Dichter fallen mir ein, die ein Buch ähnlich unaufdringlich souverän begännen: »Das eigene Geburtsdatum ist schwer loszuwerden. Auch M. schleppt es mit sich herum.«

Das ist, bin ich versucht zu behaupten, der ganze Hans Magnus Enzensberger: dieser Ton – der lächelnde Gestus, der muntere, betörend klare und freundlich-selbstironische Habitus der Wörter. »Es gibt keine Kunst ohne das Vergnügen«, schrieb Enzensberger 1978, und das impliziert umgekehrt, »nicht ölig zu sprechen«, wie er es 2009 in einem glänzend alerten Fernsehgespräch mit Alexander Kluge ausdrückte.

Das Salbadern der Macht (und, komplementär, ihr todbringendes Geschrei und Gebrüll) war Enzensberger von früh an zuwider. In »Eine Handvoll Anekdoten, auch Opus incertum«, seinen aus biogr...

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