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28.12.2018 / Feuilleton / Seite 11

»Russenlusch« mit Schreibzwang

Der stumme Vater, die leidende Tochter: Natascha Wodin setzt ihren Lebensbericht gekonnt fort

Werner Jung

Nachdem Natascha Wodin in »Sie kam aus Mariupol« ein Porträt ihrer Mutter gezeichnet hat, die sich 36jährig ertränkt hatte, erzählt sie in ihrem neuen Roman nun von Stationen des eigenen Lebens nach dem Tod der Mutter. Dabei wechselt sie die Zeitebenen, springt in die Jahre der ersten Erinnerungsbilder zurück, in die Lebensjahre in den »Häusern«, dort, wo die ehemaligen russischen oder ukrainischen Zwangsarbeiter hausen mussten, schildert dann die unfreudig-unfreundlichen Jahre ihrer Jugend – die Andeutung einer geplanten Vergewaltigung durch den alkoholisierten Vater, eine tatsächliche Vergewaltigung durch einen jungen Perser, die Abtreibung –, um schließlich mit dem Tod des Vaters zu schließen. Alles in allem eine furchtbare Geschichte, nämlich die einer Stigmatisierung und Ausgrenzung einer, wie sich die Jugendlichen in Franken ausdrücken, »Russenlusch«. Nirgendwo ist sie beheimatet, wie schon die Eltern, wie der Vater, der nie zur Sprache, Kultur und ...

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