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16.11.2018 / Feuilleton / Seite 11

Das Grollen im Lande

100 Jahre Novemberrevolution (9/10): Späte Radikalisierung

Leo Schwarz

Die relative Leichtigkeit, mit der sich rechte Sozialdemokraten im November 1918 in die Rätebewegung einschalten konnten, hatte einen einfachen, aber nur selten beachteten Grund: Die große Mehrheit der im Herbst 1918 unvermittelt in die Bewegung gerissenen Arbeiter war mit den seit 1914 in der Sozialdemokratie geführten Debatten, den Hintergründen und Abläufen der Parteispaltung im Jahr 1917 oder der Argumentation radikaler Strömungen wie der Spartakusgruppe nicht einmal in Ansätzen vertraut – sie waren »unvollkommen aufgeklärt, nur sehr wenig klassenbewusst oder aber sehr unsicher« (Karl Liebknecht). Die USPD war bei Kriegsende nur in wenigen großen Städten präsent, und dort wurde ihre Presse bis zum letzten Kriegstag intensiv zensiert. Für viele Arbeiter galt einfach weiter: Die SPD will den »Sozialismus«.

Der noch weitaus stärkere Einfluss der »Mehrheitssozialdemokraten« in den Soldatenräten hatte ähnliche Gründe: Viele Soldaten – vor allem aus länd...

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