Gegründet 1947 Mittwoch, 27. März 2019, Nr. 73
Die junge Welt wird von 2173 GenossInnen herausgegeben
14.11.2018 / Feuilleton / Seite 10

Was hat sie bloß so ruiniert

Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn stehen in Andreas Martin Widmanns »Messias« zu viele Zeichen im Weg

Susan Geißler

»Die heutige Zeit, von der mein Vater immer sprach, hatte auch für mich begonnen«, hieß es am Ende von Andreas Martin Widmanns Debütroman »Die Glücksparade«. Es ist eine Zeit, in der der ökonomische und soziale Abstieg einer Familie beginnt, die sich am Ende in einer Art deutschem Trailer-Park wiederfindet und keine legale Chance mehr hat, ihrer prekären Lage zu entfliehen. Die Zeiten sind hart und das System pervers, denn »jeder fickt jeden in den Arsch, und jeden anderen auch«, so die Diagnose eines der zahlreichen Heilsverkünder in Widmanns neuem Roman »Messias«.

Widmann wechselt in »Messias« die Gesellschaftsschicht. Die Unterprivilegierten sind die Randfiguren, im Zentrum steht eine Mittelstandsfamilie aus dem Frankfurter Umland: Vater Paul ist Werber, Mutter Inge gibt Gymnastikkurse namens »Fit ist der Hit«, die Tochter ist selbstberufene Künstlerin. Wenn an dieser Ausgangssituation etwas interessant ist, dann die Frage, warum Menschen mit Bildung, ...

Artikel-Länge: 5127 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €