Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. Mai 2019, Nr. 120
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10.11.2018 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Auschwitz ist eine dunkle Wolke«

Ein Gespräch mit Walter Kaufmann. Er war Zeuge der Pogromnacht, Soldat in der australischen Armee und erfolgreicher Erzähler in der DDR

Herr Kaufmann, Sie sind am 19. Januar 1924 in Berlin geboren, aber in Duisburg, am Kaiserberg, aufgewachsen.

Meine leibliche Mutter war 17, als sie mich zur Welt brachte, eine Verkäuferin beim Warenhaus Tietz, die aus Polen eingewandert war und im Berliner Scheunenviertel in der Mulackstraße lebte. Dorthin bin ich 1956 zurückgekehrt, um mich nach meiner Mutter umzusehen. Ich konnte sie aber nicht finden, erhielt widersprüchliche Auskünfte und fürchtete, dass auch sie den Weg nach Auschwitz gegangen ist. Ihre Spur ist verlorengegangen. Ich war drei, als ich adoptiert wurde.

Zur selben Zeit, 1956, sind Sie auch nach Duisburg zurückgekehrt …

Zurückgekehrt worden, sagen wir es mal so. Eduard Claudius, der damalige Vorsitzende des DDR-Schriftstellerverbands, sagte: »Wenn du im Ruhrgebiet aufgewachsen bist, dann gehörst du dorthin. Wir brauchen Leute wie dich. Versuch’s doch mal dort.« Folglich bin ich von Berlin nach Duisburg gefahren. Dort habe ich nach meine...

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