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08.11.2018 / Feuilleton / Seite 11

Negative Freiheit

Kirill Serebrennikow zeigt in »Leto« das Leningrad der 80er als politisch leeren Ort

Kai Köhler

Er ist der Skandalregisseur, das Putin-Opfer; oder aus der Sicht derjenigen, die Russland unvoreingenommen betrachten, der Mann, der angeblich Fördermittel unterschlagen hat und bis zur juristischen Klärung des Sachverhalts (der Prozess gegen ihn hat genau gestern begonnen) unter Hausarrest steht: Kirill Serebrennikow. Natürlich sind wohlmeinende Kulturschaffende reflexhaft empört und verlangen vom bösen Russen, er möge »Freiheit!« gewähren; natürlich hat, wer vielleicht russische Staatsgelder fragwürdig abrechnet, im Westen um so mehr Kredit und wird bereitwillig umjubelt.

Serebrennikows Film »Leto« (was russisch »Sommer« heißt, aber auch eine Figur aus der griechischen Mythologie ist) über eine sowjetische Rockband der 80er Jahre wurde auf dem Festival von Cannes schon deshalb begrüßt, weil der Regisseur zur Premiere nicht ausreisen durfte. Aber der Stand staatsanwaltlicher Ermittlungen begründet natürlich kein ästhetisches Urteil. Es fragt sich also, o...

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