11.01.2003 / Wochenendbeilage / Seite 15 (Beilage)

»Wenn wir 1918...«

Versäumte Möglichkeiten. Eine Erinnerung an Walter Müller, einen SPD-Mann, und seine »realpolitische Utopie«

Doris Kachulle

Das revolutionäre Kriegskomitee gibt im Vorwärts vom 9. November 1918 bekannt: Gustav Noske wurde in Kiel von roten Matrosen festgenommen, Friedrich Ebert ist nach Holland geflohen. Das Alte stürzt, das Neue wird verteidigt, von einer Roten Armee und bewaffneten örtlichen Arbeiterwehren. Pressefreiheit? Nicht für Leute, die zur Ermordung Karl Liebknechts aufrufen wollen. Niemand wird ihm und Rosa Luxemburg etwas anhaben. Sie weisen gemeinsam mit Eugen Leviné und Georg Ledebour der revolutionären Bewegung den Weg. Eine ihrer wichtigsten Orientierungen: Deutsche Arbeiter nehmen im Osten noch einmal die Waffe in die Hand, und diesmal, um den Befreiungskampf der Sowjets zu unterstützen.

Wenn die deutsche Arbeiterschaft diesen Weg gegangen wäre – wie hätte die Welt 1930 ausgesehen? Walter Müller hatte sich das ausgemalt und in jenem Jahr im Malik-Verlag eine »realpolitische Utopie« veröffentlicht »Wenn wir 1918...«

Müller war Mitglied der SPD, aber längs...



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