15.10.2018 / Ausland / Seite 8

»Es gibt kein Interesse an gründlicher Aufarbeitung«

Extralegale Hinrichtungen in Kolumbien: Entschuldigung von Regierung verlangt. Ein Gespräch mit Omar Eduardo Rojas Bolaños

Carmela Negrete

Sie haben zehn Jahre lang über die außergerichtliche Ermordung von Unschuldigen während des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts in Kolumbien recherchiert, den sogenannten Falsos positivos (»Falsche Positive« oder »Fehlalarm«) Warum diese Bezeichnung?

Dieser Begriff wurde von den Militärs selbst erfunden. Sie haben dies in der Hoffnung getan, dass die Gesellschaft die Tötungen eines Tages besser verarbeiten kann. Das haben mir sogar Söldner der Armee in mehreren Interviews erzählt.

Sie beschreiben, wie sogar offizielle Dokumente gefälscht wurden.

Keiner der Fälle der »Falsos positivos« ist durch Zufall entstanden. Sie waren Bestandteil einer staatlichen Strategie. Es sollte gezeigt werden, dass man auf den Weg ist, den Krieg gegen die FARC zu gewinnen. Bevor die Menschen umgebracht wurden, gab es immer ein Treffen mit Oberst und anderen Verantwortlichen. Sie sprachen sich ab, wer wann und wo ermordet werden sollte. Dann wurden die Menschen entführt. Ans...

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