04.01.2003 / Feuilleton / Seite 13

Widerstand von unten

Warum die Geschichte des antifaschistischen Widerstands noch nicht vollständig geschrieben wurde. Zum 100. Geburtstag von Georg Elser

Andreas Hahn

Heute vor genau hundert Jahren wurde in Hermaringen auf der Schwäbischen Alb der Widerstandskämpfer Johann Georg Elser geboren. Auch der Zeit ist das Jubiläum Anlaß genug für eine Nachrufseite in der Rubrik »Lebensläufe« ihrer aktuellen Ausgabe. Die Seite besteht vor allem aus einer Reihe von Fotografien aus dem Elser-Familienalbum, die für das Archiv der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gesammelt wurden. Das Familienalbum hat natürlich implizit die Tendenz, Elsers Schicksal, das sich durch seinen Bombenanschlag auf Adolf Hitler am 8. 11. 1939 im Münchener Bürgerbräukeller (einem der zentralen Nazi-Lokale der Zeit) öffentlich gemacht hat, gewissermaßen zu reprivatisieren. Es hatte ohnehin etwa bis Anfang der 90er Jahre gedauert, bevor man sich wieder an Elser und seine Tat öffentlich erinnerte. Aber bis heute »steht Elsers Tat immer noch im Schatten der Tat des Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944« (Die Zeit, 2/2003). »Seltsamerweise«, füg...

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