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26.09.2018 / Feuilleton / Seite 11

Das Leben als Indianerspiel

»Welch ein Aufwand!« stöhnt der Stasi-Offizier: Michael »Bully« Herbigs Film »Ballon« über eine Flucht aus der DDR

Matthias Krauß

Dass der gefährliche Fluchtversuch in den Westen mit einem selbstgebauten Ballon erfolgreich war, wusste die Staatssicherheit zuerst. Wie der neue Film aus dem DDR-Besieger-Programm zeigt, konnten die Geflüchteten in jenem Sommer 1979 zunächst nicht sicher sein, wo sie abgestürzt waren, und irrten durch den Wald von Oberfranken. Regisseur Michael »Bully« Herbig hat die Geschichte der Thüringer Familien Strelzyk und Wetzel fürs große Kino aufbereitet. Die Drehbuchschreiber haben für Spannung und einen ordentlichen Showdown gesorgt. Wenige Minuten kommen die Republikflüchtigen ihrer Verhaftung zuvor, die Polizei bricht ins Haus ein und der Vogel ist ausgeflogen. Tatsächlich standen die Familien unter Druck, da die Strelzyks einige Monate zuvor bei einer solchen Ballonfahrt innerhalb der Staatsgrenze abgestürzt waren. Man war ihnen auf den Fersen.

Nicht, dass die Angst vor der Stasi und das Streben in den goldenen Westen es nicht wert wären, filmisch darg...

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