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18.09.2018 / Thema / Seite 12

Rote Bestseller

In der Weimarer Republik erreichten sozialistische Romane und Theaterstücke ein Massenpublikum. Und heute? Überlegungen zu einer populären linken Literatur

Enno Stahl

Der Begriff des Populismus hat Hochkonjunktur. Politiker fast aller Parteien führen ihn im Munde, stets mit einer gehörigen Portion Abscheu (ganz als wären sie nicht selbst Populisten). Nach Jahren, in denen Populismus ausschließlich für rechte Strömungen verwendet wurde, hat nun Sahra Wagenknecht ihre Sammlungsbewegung »Aufstehen« mit dem Ziel begründet, jene Enttäuschten einzusammeln, die sich im bestehenden Parteienspektrum, auch bei der Linken, nicht heimisch fühlen. Die Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik, die sich mit einer Verwaltung der Missstände begnügt, ist allenthalben groß: ökonomische Umverteilung, Privatisierung und Abbau öffentlicher Leistungen, Lohndumping. Die Ungleichheit wächst so rasant wie der Niedriglohnsektor. Prekarität und Unsicherheit grassieren. Seit Jahren weisen Soziologen darauf hin, welchen Sprengstoff die fragile gesellschaftliche Balance birgt.

Man darf durchaus vermuten, dass die aktuelle Lage auch positive Ener...

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