22.08.2018 / Titel / Seite 1

Rom nimmt Geiseln

Italiens Regierung hält gerettete Flüchtlinge auf Schiff der Küstenwache fest. Immer mehr Tote im Mittelmeer

André Scheer

In Italien geht das Tauziehen um das Schicksal von 177 aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen weiter. Sie seien »Geiseln der Regierung«, titelte die linke italienische Tageszeitung Il Manifesto am Dienstag. Auf Befehl von Innenminister Matteo Salvini würden die Schutzsuchenden als Gefangene auf der »Diciotti« festgehalten, um die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu erpressen. Auch die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR für Südeuropa, Carlotta Sami, prangerte die dramatische Lage der Menschen an. Sie seien misshandelt und gefoltert worden und Opfer des Menschenhandels, schrieb sie in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. »Sie brauchen dringend Hilfe und das Recht darauf, Asyl zu beantragen. Das ist ein fundamentales Recht, kein Verbrechen.«

Die Flüchtlinge waren am Donnerstag im Mittelmeer gerettet und von der »Diciotti«, einem Schiff der italienischen Küstenwache, aufgenommen worden. 13 Menschen, die dringend ärztliche Hilfe br...

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