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16.08.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Kein Zug nach Moskau

Ukraine will Bahnverkehr mit Russland einstellen – für Personen. Verzicht auf Gütertransporte ist jedoch nicht möglich

Reinhard Lauterbach

Es klang erst einmal wie eine Sommerlochidee, was der ukrainische Verkehrsminister Wolodymyr Omeljan vor einigen Tagen verkündete: Sein Ministerium prüfe, ob man nicht den Personenverkehr mit Russland auf der Bahn einstellen solle. Das Argument war das übliche: Echte Ukrainer hätten im »Aggressorenstaat« nichts verloren. Omeljan ist bekannt für Verbalradikalismus, ähnlich wie er hatten sich auch früher schon ukrainische Politiker von der rechten Seite geäußert.

Tatsächlich hat sich der Passagierstrom zwischen Russland und der ­Ukraine seit dem Beginn des Konflikts stark reduziert. Lag die Zahl der Reisenden 2014 noch bei vier Millionen im Jahr, so war es 2017 nur noch eine Million. Im Fernverkehr verkehren heute zwischen Russland und der Ukraine täglich 16 Zugpaare, das sind so viele, wie zwischen der BRD und Österreich täglich allein im Fernverkehr zwischen München und Salzburg fahren. 13 davon stellt die ukrainische Bahn, zwei die moldauische und nur ei...

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