15.08.2018 / Ausland / Seite 6

Streit um Liberalisierung

Der tunesische Präsident Essebsi will das Land reformieren. Konservative protestieren dagegen

Gerrit Hoekman

Der tunesische Präsident Beji Caïd Essebsi will die Frauenrechte stärken. Das sagte er am Montag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede anlässlich des Frauentags in Tunesien, wie der Sender Al-Dschasira berichtete. Als erstes will Essebsi das islamisch geprägte Erbrecht ändern, das Männern doppelt so viele Anteile zugesteht wie Frauen.

»Ich schlage vor, dass die Gleichheit im Erbrecht gesetzlich festgelegt wird«, erklärte Essebsi. Für die Erzkonservativen ist dies ein Affront, denn im Koran steht etwas anderes. Gegen die Pläne des Präsidenten demonstrierten am Samstag in der Hauptstadt Tunis Tausende Menschen und forderten eine stärkere Rolle des Islam in dem nordafrikanischen Land. »Der Text des Koran steht über jedem anderen Text«, stand auf einem Transparent. Die »Nationale Koordination zur Verteidigung des Koran« hatte die Demo organisiert.

Buschra Belhadsch Hmida ist in diesen Tagen das Feindbild der Religiösen. Sie ist die Vorsitzende der »Kommiss...

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