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13.08.2018 / Politisches Buch / Seite 15

Nicht immer schon da

Die Historikerin Andrea Komlosy geht der historischen Bedingtheit von Grenzen nach

Gerd Bedszent

Staatsgrenzen und Grenzbefestigungen erscheinen den meisten Menschen als etwas Natürliches, schon immer Dagewesenes. Die österreichische Historikerin Andrea Komlosy weist in ihrem Buch »Grenzen« nach, dass diese eher ein Phänomen der Neuzeit sind.

Die Autorin geht in ihrer kulturhistorischen Abhandlung zunächst weit zurück in der Geschichte. Erste Ursprünge unserer heutigen Staatlichkeit sieht sie in Stammesverbänden, Stadtstaaten und Großreichen der Frühzeit. Komlosy vermeidet allerdings eine exakte Trennung zwischen tributären, auf Gewalt beruhenden, frühen Herrschaftsverhältnissen und den auf modernen Wirtschaften basierenden Nationalstaaten. Immerhin schreibt sie, dass »der Staat« als Begriff erst in der frühen Neuzeit in Gebrauch kam und damals für ein stabiles und verlässliches Machtsystem stand.

Mittlerweile hat sich, wie die Autorin richtig schreibt, der Begriff »Staat« vom historischen Kontext gelöst und findet auch für frühe Herrschaftsgebilde A...

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