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13.08.2018 / Feuilleton / Seite 11

Vorbild Steve Jobs

Nihilismus und Hohlheit der letzten Tage des Imperiums – Der Film »Vollblüter«

Peer Schmitt

Ein Mädchen und ein Pferd. Eine Hand und ein Messer. »Thoroughbred«, zu deutsch »Vollblüter«, der Debütfilm von Corey Finley, eine Adaption seines eigenen Bühnenstücks, scheint sich gleich in der ersten Einstellung über die Offensichtlichkeit der Prämisse seiner theatralischen Versuchsanordnung – Mädchen, Messer, Pferd – selbst lustig machen zu wollen.

Dann hält ein schwarzes Auto vor einem Herrenhaus in Connecticut. Amanda (Olivia Cooke), das Mädchen, das eben noch dem Pferd ins Auge geblickt hat, steigt aus und betritt die Villa, die wie ein Museum wirkt, das die Geschichte der Unempfindlichkeiten zu beherbergen scheint: »Rom«, »Japan«, »die Renaissance«, Kaiserbüsten, Samuraischwerter, zahllose Kunstschätze, Trophäen und Fotos von Großwildjagden. Die Villa ist alles andere als gemütlich, sie signalisiert Reichtum und Grausamkeit und Eklektizismus. Ein kurzer Rundgang etabliert bereits die wesentlichen Kunstgriffe des Films: langsame Kamerafahrten und g...

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