18.07.2018 / Thema / Seite 12

Der Unstaat

Franz Neumanns umfassende Monographie »Behemoth« zu »Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933–1944« war lange Zeit vergriffen. Jetzt ist eine Neuauflage erschienen

Anselm Meyer

Eine der ersten Studien zum »Nationalsozialismus«, die noch während der Herrschaft der NSDAP verfasst wurde, stammt von Franz Neumann, einem jüdischen Sozialdemokraten, der im US-amerikanischen Exil zu einer bemerkenswerten Einsicht gelangte. Er hatte erkannt, »dass der Nationalsozialismus ein Unstaat ist oder sich dazu entwickelt, ein Chaos, eine Herrschaft der Gesetzlosigkeit und Anarchie, welche die Rechte wie die Würde des Menschen ›verschlungen‹ hat und dabei ist, die Welt durch die Obergewalt über riesige Landmassen in ein Chaos zu verwandeln«. Daher schien »der richtige Name für das nationalsozialistische System: Der Behemoth«.

Lange Zeit war diese erste umfassende Arbeit zur politischen Ordnung des Naziregimes vergriffen, eine Neuauflage der politikwissenschaftlichen Studie, deren Titel auf ein Ungeheuer aus der jüdischen Eschatologie verweist, überfällig. Neumann schrieb das Buch mit dem Anspruch, nicht nur einzelne Aspekte zu untersuchen, sonder...

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