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18.07.2018 / Inland / Seite 2

»Niemand will offene Fragen beantworten«

Neonazi-SMS von Staatsschützer und fehlende Aufarbeitung rechter Gewalt: Auch in Berlin NSU-Ausschuss gefordert. Gespräch mit Sabine Seyb

Jan Greve

Vergangene Woche kam heraus, dass ein sogenannter Staatsschützer im Berliner Landeskriminalamt (LKA) seinem Vorgesetzten SMS im Neonazijargon geschrieben hat. Der Vorfall ist bereits anderthalb Jahre her, seitdem wurde der Versender der Nachrichten lediglich mit einem Verweis sanktioniert. Hat Sie der Fall überrascht?

Die Dreistigkeit, mit der innerhalb der Staatsschutzbehörde agiert wird, hat mich schon überrascht. Man muss sich im klaren darüber sein, wann das passiert ist. 2016 war nach unseren Informationen das Jahr mit den höchsten Zahlen rechter Angriffe in Berlin überhaupt. Es gab 380 Attacken, also mehr als eine täglich, mit einem extrem rechten, rassistischen oder antisemitischen Hintergrund. Dabei wurden mindestens 553 Menschen verletzt, gejagt oder massiv bedroht. Darunter waren auch 45 Kinder. Allein das ist erschreckend genug. Am Ende eines solchen Jahres hatte ein Beamter des Landeskriminalamtes offenbar nichts Besseres zu tun, als seinen Ko...

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