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13.07.2018 / Inland / Seite 4

»Ein weiterer Schlag ins Gesicht«

Bundesweit Proteste anlässlich des Urteils im NSU-Prozess. Straßen von Aktionsgruppen symbolisch nach Opfern umbenannt

Sebastian Lipp

Bestürzung und Wut erfasste am Mittwoch die Protestierenden vor dem Strafjustizzentrum München, als die Nachricht über die soeben gesprochenen Urteile gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und einige Unterstützer des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) aus dem Saal A 101 des Oberlandesgerichts durchsickerte. Zschäpe wurde zu lebenslänglichem Freiheitsentzug verurteilt, die Mitangeklagten Ralf Wohlleben und Holger Gerlach erhielten Gefängnisstrafen von zehn beziehungsweise drei Jahren, für André Eminger fiel das Strafmaß mit zweieinhalb Jahren milde aus. Unter dem Jubel einiger Neonazis, die als Zuschauer im Saal waren, verließ er das Gericht als freier Mann.

Bereits um acht Uhr morgens hatte die Versammlung vor dem Gerichtsgebäude Porträts der Opfer des NSU-Terrors präsentiert und begonnen, ihre Namen und Lebensdaten zu verlesen. Dem folgte jeweils eine Schweigeminute. Parallel zur Urteilsverkündung protestierten Hunderte mit einem Bühnenprogra...

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