13.07.2018 / Inland / Seite 2

»Helfershelfer laufen noch frei herum«

NSU-Prozess: Opfer sind tief enttäuscht von milden Urteilen gegen mitangeklagte Neonazis. Ein Gespräch mit Seda Basay-Yildiz

Christiane Mudra

Wie haben Ihre Mandanten das am Mittwoch gesprochene Urteil im NSU-Prozess vor dem Münchener Oberlandgericht aufgenommen?

Sie waren schockiert, dass Richter Manfred Götzl in seiner Urteilsbegründung mit keinem Satz auf das Leid der Opfer eingegangen ist, während auf der anderen Seite unter anderem die »Haftempfindlichkeit« strafmildernd berücksichtigt wurde. Und sie waren enttäuscht, dass die Kammer die Anhänger des Angeklagten André Eminger nicht des Saales verwiesen hat, als sie lautstark jubelten und Beifall klatschten. Nachdem Verfassungsschutzakten geschreddert worden waren, nachdem man so viele Fragen nicht klären konnte, war es das Mindeste, dass die Hauptangeklagte die von der Bundesanwaltschaft verlangte Strafe bekommen hat.

Was hat der Prozess aus Ihrer Sicht geleistet?

Wir haben durch ihn bei unseren zentralen Fragen keine neuen Erkenntnisse erlangt. Wie kam es zum Beispiel zur Auswahl der Opfer? Die These der Bundesanwaltschaft, es habe sich u...

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